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Michelangelo Ausstellung in der Albertina

Michelangelo und seine Zeit

Bildquelle: Albertina
"Und so gerieten die Künstler in Staunen und Verwunderung, als sie sahen, Michelangelo habe auf diesem Blatte das Höchste in der Kunst geleistet; ja einige, die diese göttlichen Figuren gesehen haben, versichern noch jetzt, es sei ihnen weder von seiner noch von anderer Hand je Besseres bekannt geworden, und kein Genius könne jemals dies Werk in Herrlichkeit der Kunst erreichen." So berichtet Giorgio Vasari in seinen Viten über die Reaktionen der Zeitgenossen auf Michelangelos Karton zur Schlacht von Cascina.

Es ist das Dreigestirn Michelangelo, Raphael und Leonardo, das die Italienische Hochrenaissance bestimmte. Und doch hat wohl keiner diese Epoche so sehr geformt und befruchtet wie Michelangelo. Seine Anregungen wirkten maßgeblich weiter auf die Kunst des Manierismus, der Gegenreformation und des Barock. Es war vor allem die Entwicklung einer neuen, monumentalen Körpersprache, mit der Michelangelo für seine Zeitgenossen und auch die nachfolgenden Künstlergenerationen zum bestimmenden Vorbild wurde.

Michelangelo verleiht in seiner heroischen Figurensprache dem menschlichen Körper ein kraftvoll muskulöses Aussehen, bringt aber gleichzeitig das Innere, die Energie und Leidenschaftlichkeit zum Ausdruck. Michelangelo vereint so das antike Ideal mit dem Naturstudium in vollendeter, vorher nicht gekannter Weise.

1533/34 erhält Michelangelo den Auftrag für das Jüngste Gericht in der Sixtina, das erst 1541 vollendet wurde. Wie stark dieses Werk und die bereits 1512 feierlich enthüllten Deckenfresken in der Sixtinischen Kapelle auf seine Zeitgenossen gewirkt haben, dokumentieren Beispiele von Baccio Bandinelli, Domenico Beccafumi und Francesco Salviati aus den vierziger Jahren. Nach der Vollendung der Fresken in der Capella Paolina (1550) hörte Michelangelo auf zu malen und widmete sich ganz der Architektur und Bildhauerei.

Die aktuelle Ausstellung in der Albertina präsentiert die Zeichnungen des großen Florentiners, bedeutende Arbeiten seiner italienischen Zeitgenossen sowie einige Kupferstiche, Farbholzschnitte und Radierungen aus dem Besitz der Albertina.

Die rund 100 Werke umfassende Ausstellung zeigt die künstlerische Entwicklung Michelangelos von 1490 bis 1564: von den Anfängen der Hochrenaissance bis zum Ausklang des Manierismus in den großen Kunstzentren Italiens. Sie berichtet von der Entdeckung und Interpretation des Körpers als Träger von Tugend und Laster, von heroischer Stärke und menschlicher Schwäche.

Für viele Jahrhunderte wurden die in der Albertina gezeigten Hauptwerke von Michelangelo, Leonardo und Raphael zum unübertroffenen Maßstab jeglicher Kunst, die den harmonischen Ausgleich zwischen der Nachahmung der Wirklichkeit einerseits und hoher Idealität andererseits anstrebt.

Einen Schwerpunkt bildet in diesem Zusammenhang die Kunst Raphaels und seiner Schüler wie Giulio Romano, Perino del Vaga, Polidoro da Caravaggio, die den Stil des Meisters in die verschiedensten Regionen Italiens verbreitet haben. Häufig haben die Maler Ideale von Raphael, Michelangelo und Leonardo miteinander verknüpft, was an Zeichnungen von Correggio, Parmigianino oder Bernardino Luini anschaulich wird. Künstler wie Rosso Fiorentino (ein Freund Michelangelos) haben sich an den Hof König Franz I. begeben und damit für eine Weiterverbreitung der Ideen Michelangelos in Frankreich gesorgt.

Im Zentrum der Ausstellung stehen Akt- und Figurenstudien, aber auch einige weniger bekannte Porträtzeichnungen, deren eigentliche Bedeutung hier erstmals ins richtige Licht gerückt wird. Die Ausstellung dokumentiert zum einen die Entstehung der Zeichenkunst als einer eigenständigen Kunstgattung, zum anderen zeigen die ausgestellten Werke die Vielfalt der verwendeten Materialien und geben einen Einblick in die faszinierenden Kompositionsmethoden der größten Künstler der Hochrenaissance und des Manierismus.


Michelangelo und seine Zeit
9. Juli - 26. Oktober 2004

Albertina
Albertinaplatz 1, 1010 Wien

täglich 10.00 bis 18.00 Uhr
Mittwochs 10.00 bis 21.00 Uhr

Eintritt
Erwachsene: EUR 9,-
Senioren: EUR 7,50
Ermäßigt für Schüler, Studenten und Gruppen ab 10 Personen: EUR 6,50
Familien: EUR 21,- / EUR 12,-

Führungen
Samstags, Sonntags, Feiertags
jeweils 15.30 Uhr
Führungsbeitrag: EUR 2,-
Anmeldung nicht erforderlich.

Audioguide
deutsch / englisch
Audioguide: EUR 3,50
Ab 10 Personen: EUR 2,50


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