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NÖ Landesausstellung 2011 : Römerland Carnuntum

Erobern - Entdecken - Erleben heißt es nur noch bis 15. November, unter anderem mit einer echten Römertherme im Freilichtmuseum Petronell


12.10.2011

Die Niederöster- reichische Landes- ausstellung 2011 lockt unter dem Titel "Erobern - Entdecken - Erleben" nur noch bis 15. November ins Römerland Carnuntum. Die drei Ausstellungsorte Petronell-Carnuntum, Bad Deutsch-Altenburg und Hainburg a.d. Donau bieten den Besuchern einen Einblick in die Lebens- und Kulturgewohnheiten der Römer sowie in die Welt der Eroberer und Entdecker.

Die Landesausstellung entführt auf eine einmalige Zeitreise durch die Jahrtausende. Die Vielfalt des Römerlandes Carnuntum lässt einen spüren, wie die Vergangenheit einer pulsierenden Zivilisitation zu neuem Leben erwacht. Das Freilichtmuseum Petronell, das Museum Carnuntinum in Bad Deutsch-Altenburg und die Kulturfabrik Hainburg bieten dabei Weltsensationen.

Im Freilichtmuseum Petronell in Petronell-Carnuntum wurden weltweit einzigartig die wesentlichen Architekturtypen eines römischen Stadtviertels im historischen Kontext rekonstruiert: ein Bürgerhaus, eine prächtige Stadtvilla und eine öffentliche Thermenanlage. Die Rekonstruktionen sind keine fiktiven Kulissen oder museale Objekte, sondern bewohnbare Häuser. Bewohnbar heißt, dass sämtliche Gebäude mit römischen Fußbodenheizungen und die Küchen mit funktionstüchtigen Herden ausgestattet sind, sowie sämtliche Räume voll möbliert sind. Alle Grundrisse und Ausstattungsdetails sowie die Straßenniveaus des Stadtviertels sind einer einzigen Zeitepoche zuzuordnen. Dadurch wird ein einmaliges Zeitfenster in die ersten 5 Jahrzente des 4. Jh. n. Chr. eröffnet.

Ganz so, als wäre die Zeit vor 1700 Jahren stehen geblieben, als Carnuntum Schauplatz eines Ereignisses war, das die Welt nachhaltig verändern sollte. Am 11. November 308 n. Chr. entschieden drei römische Kaiser über die Zukunft des römischen Reiches. Die Ergebnisse dieser Kaiserkonferenz waren mitverantwortlich für den Siegeszug des Christentums und somit unserer abendländischen Kultur. Aber auch davor war Carnuntum immer wieder Drehscheibe der Weltpolitik.

Für die Zeugnisse dieser großen Vergangenheit wurde bereits vor über hundert Jahren ein Schatzhaus errichtet - das Museum Carnuntinum in Bad Deutsch-Altenburg, Österreichs größtes und wohl auch schönstes Römermuseum. Im Stil einer römischen Landvilla erbaut, bildet das Haus den eleganten Rahmen für die Kostbarkeiten aus über 400 Jahren römischen Lebens in Carnuntum.

Ein Besuch in Carnuntum holt die Römer ins Hier und Jetzt: architektonische Meisterwerke, romantisch verklärte Ruinen und kostbare Schätze - und das nur eine halbe Autostunde von Wien entfernt.

Das so genannte Haus des Lucius war das erste Objekt, das in Carnuntum mit den Mitteln der experimentellen Archäologie funktionstüchtig am Originalstandort wiedererrichtet wurde. Das Haus, das seinen Namen von seinem wahrscheinlichen früheren Besitzer erhielt, zeigt sehr gut den Lebensstandard der Carnuntiner Mittelschicht. Der großzügige Schnitt des Hauses und die solide Ausstattung sind ein Indiz für den beträchtlichen Wohlstand, zu dem es manche Bürger der Stadt gebracht hatten. Carnuntum war als Handelsknotenpunkt am Schnittpunkt von Bernsteinstraße und Limesstraße ein wichtiger Umschlagplatz für Waren aller Art. Erstmals wurde beim Haus auch das System der römischen Fußbodenheizung in der Praxis untersucht.

Die villa urbana war ein prächtiges Stadtpalais und zeigt in eindrucksvoller Weise den Lebensstil der Carnuntiner Oberschicht. Wer es sich leisten konnte, versuchte, den Lebensstandard von Rom auch in die entferntesten Provinzen zu exportieren. Die villa urbana von Carnuntum dürfte wohl von einem sehr wohlhabenden Bürger bewohnt worden sein. Schon der von Säulen flankierte Treppenaufgang zum Hauptportal zeugt vom Status und Selbstbewusstsein des einstigen Besitzers. Bemerkenswert war der Fund von rund 30 m² aufwändiger Wandmalerei, die in einer späteren Bauphase abgeschlagen und gemeinsam mit dem Bauschutt planiert wurde. Nach jahrelanger akribischer Kleinarbeit gelang es schließlich, das ursprüngliche Aussehen der Wandmalerei zu rekonstruieren. Das prunkvolle Ergebnis ist im Hauptsaal der villa urbana gemeinsam mit der wiederhergestellten steinernen Halbkuppel zu bestaunen.

Der Besuch der Römischen Therme thermae war ein fester Bestandteil der römischen Lebenskultur. Um auf den Luxus der Stadt Rom nicht verzichten zu müssen, errichteten die Römer auch in den weit entfernten Städten öffentliche Badeanlagen - so auch in Carnuntum. Die größten und prächtigsten waren die Forumsthermen. Die im Freilichtmuseum Petronell rekonstruierte Therme war eine von mehreren Thermen in Carnuntum. Wie der archäologische Befund ergab, wurde die Therme als öffentliches Bauvorhaben errichtet, wahrscheinlich kurz nach der Erhebung der zivilen Siedlung zum Municipium Aelium Karnuntum um das Jahr 124 n. Chr., vergleichbar mit der Verleihung des Stadtrechtes.

Die Therme bedeckt eine Fläche von rund 1.500 m², für den Bau wurden rund 1.200 m³ Steinmauerwerk verbaut. Sämtliche Arbeitsschritte wurden in reiner Handarbeit hergestellt. Die größte Herausforderung war dabei die Rekonstruktion des römischen Heizsystems. Noch aufwändiger war die Rekonstruktion der Wasserversorgung. Zwar gibt es zahlreiche zeitgenössische Beschreibungen der Funktion, aber kaum Originalfunde aus der Antike. Bei der Ausführung betrat man daher völliges Neuland. Das Ergebnis ist die bislang weltweit einzige römische Therme, die voll funktionsfähig am Originalstandort in antiker Bautechnik errichtet wurde.

In der Kulturfabrik Hainburg wird den Besuchern ein interessanter Einblick in die Welt der Eroberer und Entdecker gewährt. Ein historischer Streifzug führt von der Urgeschichte über die Völkerwanderung, die Türkenkriege bis zum entstehenden Welthandel. Danach begleiten die Besucher Missionare und Forscher auf ihren Entdeckungsreisen. Diese führen bis ins 21. Jahrhundert, wo die Entdeckung der Natur und der Donau thematisiert wird.

Weitere Infos zur NÖ Landesausstellung 2011 finden Sie unter www.noe-landesausstellung.at.

 
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