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Kritik an neuer AMA Werbekampagne für Fleisch

Quellen für "Fleisch macht schlau"-Aussage fragwürdig

20.04.2006

Die AMA (Agrarmarkt Austria) wirbt aktuell mit Slogans wie "Macht schlau" oder "2 % Fett" und suggeriert damit, dass Fleischkonsum gesundheitliche Vorteile hätte und sogar die Intelligenz fördere. Die Verwendung der Studie, auf die sich die AMA stützt, sei jedoch wissenschaftlich und moralisch höchst fragwürdig, kritisiert Felix Hnat, Obmann der Veganen Gesellschaft Österreich.

Massive Vorwürfe gegen die AMA

"Mit dieser menschenverachtenden Kampagne hat die AMA endgültig den Bogen überspannt!" entrüstet sich Hnat. Die Plakate der neuen AMA Kampagne zeigen jeweils eine Fleischspeise und einen Werbeslogan. "Die Verwendung der Studie von Lindsay Allen, auf die sich die Kampagne stützt, ist aus mehreren Gründen absolut inakzeptabel: 1. ist eine Übertragung auf österreichische Verhältnisse nicht zulässig; 2. ist es moralisch höchst bedenklich, dass unterernährte kenianische Schulkinder für Versuche herangezogen wurden; 3. wird die vegane und vegetarische Lebensweise völlig widersprüchlich diskreditiert und 4. wird österreichischen Konsumenten suggeriert, mehr Fleisch würde sie gesünder und intelligenter machen."

"Macht schlau" ist eines der Mottos auf den AMA Plakaten, welches dann im Kleingedruckten durch die Allen-Studie referenziert wird. 544 schon im Vorfeld unterernährte kenianische Schulkinder bekamen einzelne Nahrungsmittel (60 gr. Fleisch oder eine Tasse Milch oder pflanzliches Öl oder gar nichts) zusätzlich zu ihrer gewohnten Kost. Die AMA argumentiert nun auf ihrer Website: "Die Fleischesser zeigen bei Intelligenztests die besten Ergebnisse." De facto schnitt jedoch die Gruppe, die nur pflanzliches Öl zusätzlich bekam, bei 2 von 3 verschiedenen Tests (und zwar beim arithmetischen und beim verbalen Test) am besten ab.

Die zweite wissenschaftliche Referenz der AMA, nämlich Dr. M. Lindschinger, widerspricht der ersten Quelle sogar explizit. Er meint nämlich, dass "eine direkte Übertragung der Ergebnisse auf mitteleuropäische Verhältnisse nicht durchgeführt werden dürfe, da bereits bei den Eingangsuntersuchungen der Schulkinder massive Defizite in Wachstum, Entwicklung, Mikronährstoffversorgung und täglicher Eiweißaufnahme detektiert" wurden.

"Die Vorgangsweise der AMA grenzt anmassive Konsumententäuschung. Obwohl in Österreich schon jetzt zu viel Fleisch gegessen wird, soll durch diese Werbeserie ungesundes Verhalten noch gefördert werden. VKI und AK sind nun gefordert, im Namen der Konsumenten einzugreifen!" ergänzt Felix Hnat.

Kritik von Ernährungsmedizinern verhallt ungehört

Als letztes Jahr die AMA Kampagne "2 % Fett - 100 % Genuss" anlief hat die ÖAIE (Österreichische Akademie Institut für Ernährungsmedizin) das als "Irreführung des Konsumenten" bezeichnet. Präsident Kurt Widhalm meinte im Namen der ÖAIE auch, dass in Österreich 300 % der empfohlenen Menge an Fleisch gegessen wird und 10-15 % Fett bei magerem Fleisch realistische Werte wären.

Quelle: ots

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