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Cornflakes zum Frühstück : Keine gesunde Alternative

80 Prozent der Produkte im AK-Test sind zu süß , zwei von drei zu salzig

04.08.2006

Das Angebot an speziellen Frühstücksflocken wird immer vielfältiger. Die Cornflakes verdrängen mehr oder weniger als "gesündere" Alternative Buttersemmel oder Käsebrot. Vor allem Kinder fahren darauf ab - die Werbung auf den übergroßen Verpackungen trägt dazu bei.

Ein AK Test zeigt ein ernüchterndes Ergebnis: Keines der untersuchten Produkte ist empfehlenswert.80 Prozent sind zu süß, zwei von drei zu salzig. Jedes dritte ist unbefriedigend gekennzeichnet, die enthaltene Menge Zucker und Salz ist nicht angegeben. Bei den anderen sind diese Angaben zwar da, aber sie bringen nichts, weil Referenzwerte fehlen. "Der Konsument kann sich kein Bild machen, wieviel Salz 0,6 Gramm in 100 Gramm oder wie viel Zucker 30 Gramm pro 100 Gramm ist, nämlich zu viel", sagt Lehner. "Gerade Kinder hätten mit manchen Frühstücks-Cornflakes schon mit einer Portion ein Drittel ihres Zuckerbedarfs für den ganzen Tag gedeckt", sagt AK Ernährungsexpertin Petra Lehner, "zwei von drei liefern sogar mehr Zucker pro Portion, als für's Frühstück empfohlen, das ist kein guter Start in den Tag." Alle bis auf eines sind mit Vitaminen und/oder Mineralstoffen angereichert, scheinbar willkürlich und unnötig, weil vor allem beigegeben wird, wovon man ohnehin genug hat.

40 Prozent der Produkte werden gesundheitsbezogen beworben. Das wäre dann nach der EU-Verordnung  über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel, die vermutlich noch im Herbst verabschiedet wird, nicht mehr zulässig. Es werden auch alle Produkte nährwertbezogen beworben, obwohl bei jedem zweiten sowohl zuviel Zucker als auch zuviel Salz vorkommt. Auch das wäre nach neuem EU-Recht verboten.

"Im Vergleich zu einem normalen Frühstück, etwa einem Butterbrot, bieten Cornflakes keine nennenswerten Vorteile", sagt Lehner, "und kosten mehr." Pro Packerl zahlt man im Durchschnitt 2,50 Euro und kauft viel Luft und unnötig Müll mit - viel aufgeblasene Werbung auf riesigen Kartonpackungen mit weit kleineren Sackerln drinnen.

Die AK hat 15 Cornflakes-Produkte in vier Wiener Supermärkten im März und April 2006 eingekauft und die ernährungsphysiologische Qualität auf Grund der Nährwert- und Zutatenkennzeichnung bewertet. Die Produkte: Knusperone Wellness Flakes Plus, Knusperone White Flakes, Nestle Fitness mit Vollkornweizen, Nestle Lion Cereals, Nestle Trio, Nestle Clusters, Kellogg's Frosties original, Kellog's Frosties mit weniger Zucker, Kellogg's Cornflakes, Kellogg's Special K Black Berry, Gut&Günstig Wellness Flakes, Gut&Günstig Wellness Flakes mit Früchten, Spar Cornflakes, Spar Sugar Flakes, Spar Choco Flakes.
 
Tipps der AK Konsumentenschützer:

  • Vermeintlich gesunde Slogans auf Frühstückscerealien kritisch hinterfragen: "Fettarm" ist eigentlich selbstverständlich und die üblicherweise zugesetzten Vitamine braucht man nicht. Wesentlich sind Zucker- und Salzgehalt, positiv ein hoher Ballaststoffgehalt: Was mehr als 15 Gramm Zucker pro 100 Gramm Produkt enthält, ist zu zuckerreich; was mehr als 0,5 Gramm Salz pro 100 Gramm Produkt enthält, ist zu salzig; je mehr Ballaststoffe drin sind, umso besser.

  • Bevorzugen Sie Vollkorn-Varianten.

  • Frühstückscerealien am besten mit Magermilch oder Joghurt abmachen.

  • Statt Produkte mit Trockenfrüchten, frische Früchten dazugeben, das spart Kalorien!

  • Nicht täglich, aber hin und wieder als Abwechslung am Frühstückstisch sind die Produkte - auch für Kinder - sicherlich kein Problem. Zu beachten ist dabei aber, dass dann an diesem Tag das "Zuckerkonto" bald voll ist.
Quelle: AK
 

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