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Einwegflaschen im Handel erleben Renaissance

Bei Mineralwasser ist der Anteil der Einwegflaschen seit dem Jahr 2000 von 35 % auf 76 % angestiegen.

24.08.2009

Handel und Getränkeherstellerfirmen freuen sich im Sommer über reißenden Absatz. Aus ökologischer Sicht ist der große Durst aber weniger erfreulich. "Die Getränke werden zunehmend in Einwegflaschen verkauft. Doch Studien und Ökobilanzen zeigen, dass Mehrwegflaschen ökologisch besser abschneiden als Einwegflaschen. Dabei sind das Waschen der Flaschen und die Transporte bereits berücksichtigt", erklärt Mag. Elmar Schwarzlmüller, Ressourcen- und Abfallexperte von "die umweltberatung". Bei Mineralwasser ist der Anteil der Einwegflaschen seit dem Jahr 2000 von 35 % auf 76 % angestiegen. Dieser Trend bleibt nicht ohne Folgen für die Umwelt: Alleine der Anstieg von Einweg-Mineralwasser seit 2000 bedeutet einen zusätzlichen Rohstoffverbrauch von über 15.000 Tonnen pro Jahr - das entspricht dem Energieverbrauch von fast 25.000 Haushalten für ein ganzes Jahr. Auch das Klima wird durch diesen Trend beim Mineralwasser durch zusätzliche 12.000 Tonnen Treibhausgasemissionen pro Jahr belastet.

Eine Mehrwegflasche aus Glas kann ungefähr 40 Mal wiederbefüllt werden, eine Mehrwegflasche aus PET-Kunststoff ca. 20 Mal. Kleine Produktionsbetriebe füllen ihre Glasflaschen sogar bis zu 100 Mal wieder an. Im Vergleich dazu ist das Leben einer Einwegflasche kurz: Trotz hohen Verbrauchs an Energie und Rohstoffen für die Herstellung wandert sie schon nach einmaligem Gebrauch in den Müll. Sowohl beim Energieverbrauch als auch beim Rohstoffeinsatz schneiden Mehrwegflaschen besser ab. Auch wenn Einwegverpackungen recycelt werden, kommen sie aus ökologischer Sicht nicht an Mehrweg heran.

Die Zeitschrift "Konsument" hat für ihre August-Ausgabe Mineralwasser mit und ohne Kohlensäure getestet. Bei stillem Mineralwasser hat die Verpackungsart keine Auswirkung auf die Produktqualität. Bei Mineralwasser mit Kohlensäure hingegen schneiden Glasflaschen am besten ab. Bei den PET-Einwegflaschen war im Test das prickelnde Wasser mit Acetaldehyd belastet. Ein Grund mehr, zur Mehrwegflasche aus Glas zu greifen.

Mineralwasser und Bier sind in vielen Geschäften in Mehrweg-Glasflaschen erhältlich. Manche Fruchtsäfte werden in ausgesuchten Supermarktfilialen oder Bioläden ebenfalls im Mehrwegsystem geführt. Wer Mehrwegflaschen kaufen möchte, aber keine im Regal findet, kann bei der Filialleitung ein besseres Mehrwegangebot einfordern. Einwegverpackungen von Getränken sollten für das Recycling getrennt gesammelt werden. Einweg-Glasflaschen und Aludosen brauchen bei der Herstellung sehr viel Energie und sind daher die ökologisch ungünstigsten Getränkeverpackungen. Sie sollten nach Möglichkeit nicht gekauft werden.

"Gerade beim stillen Mineralwasser gibt es eine einfache, kostengünstige Alternative: Das Leitungswasser weist in den meisten Regionen Österreichs hervorragende Qualität auf! Es braucht nicht verpackt und am LKW transportiert, nicht nach Hause geschleppt, gekühlt und dann auch noch zum Mistkübel gebracht werden - das alles kalorienfrei und fast kostenlos", rät Elmar Schwarzlmüller zu frischem Genuss mit geringstem Aufwand. Und für alle, die’s lieber prickelnd mögen, bietet sich der Kauf eines Sodaautomaten mit wiederbefüllbaren Kohlensäurebehältern als Alternative an.

Das Infoblatt "Getränkeverpackungen auf dem Prüfstand" kann auf www.umweltberatung.at/download kostenlos heruntergeladen werden. Infos zum Thema gibt es auch auf www.mehrweg.at und bei "die umweltberatung" unter Tel.: 01/ 803 32 32.

Quelle: die umweltberatung

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