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Giftige Pilze : Infos und Tipps für Sammler

Erst informieren, dann genießen

12.09.2008


Besonders nach Regenfällen und anschließendem warmem Wetter stehen die Waldpilze in den Startlöchern und somit bald auf der Speisekarte der Liebhaber. Um möglichen Pilzvergiftungen vorzubeugen, sollte man sich aber genau informieren. Sammler können genießbare Pilze oft nicht von giftigen unterscheiden, so dass das Schmankerlessen leicht zum gesundheitlichen Risiko werden kann. Hier muss gelten: Erst informieren, dann genießen.

Wer auf die Suche geht, sollte sich auch über aktuelle Einstufungen informieren. In alten Pilzbüchern werden Pilze noch als essbar beschrieben, die nach systematischer Dokumentation der Giftnotrufzentralen zwischenzeitlich als giftig oder zumindest giftverdächtig einzustufen sind. Giftige Pilze in Mitteleuropa sind vor allem der grüne, der kegelhütige und der weiße Knollenblätterpilz, der Nadelholzhäubling oder Schleierlinge. Eine Liste der bekannten Giftpilze finden Sie hier. Jeder Sammler sollte nur mitnehmen, was er eindeutig kennt. Giftige oder ungenießbare Doppelgänger der schmackhaften Pilze können bei Verzehr von einer relativ harmlosen Magenverstimmung bis hin zur tödlichen Vergiftung führen.

Aber auch mit essbaren Pilzen kann man sich "vergiften": Sind Speisepilze zu alt, zu lang oder falsch gelagert kann dies ebenfalls Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Rohe Speisepilze, außer Zuchtchampions, sind im allgemeinen giftig. Auf eine sorgfältige Zubereitung ist deshalb zu achten. Aus Gründen des Naturschutzes dürfen Pilze nur in normalen Mengen geerntet werden. Pilze sind ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems Wald und müssen sich weitervermehren können. Um die Pilze zu schützen, soll man diese abschneiden und nicht abreißen. Unbekannte oder offensichtlich giftige Pilze sollten auf keinen Fall zerstört werden.

 
Maßnahmen bei Pilzvergiftung

  • Gehen Sie unverzüglich zum Arzt oder rufen Sie sofort die Giftinformationszentrale an: 01 / 406 43 43.

  • Unterlassen Sie voreilige Therapien durch Laien.

  • Provozieren Sie keinesfalls Erbrechen. Dies ist eine ärztliche Maßnahme.

  • Heben Sie Pilzreste oder Erbrochenes auf. Dies ist unerlässlich für die Giftbestimmung.

  • Alle, die das Pilzgericht gegessen haben, sollten den Arzt kontaktieren, auch wenn noch keine Symptome aufgetreten sind.

  • Trinken Sie keine Milch. Milch begünstigt die Giftaufnahme!


Quelle: StMUGV

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