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Streitthema : Lebensmittelpreise in Österreich

Aktueller Vergleich mit Deutschland: Preise bei identen Produkten bei uns um rund ein Fünftel teurer

26.08.2008

Österreich ist bei Lebensmitteln deutlich teurer als Deutschland: Für die exakt gleichen Produkte zahlt man in Österreichs Supermärkten um 21 Prozent mehr als in Deutschland. Mehr noch: Es sind die Supermärkte des zum Teil gleichen Konzerns, die für das gleiche Produkt in Österreich mehr als in Deutschland verlangen: Das zeigt ein aktueller Preisvergleich in Wien und Passau von 72 Produkten. Damit ist klar, so Maria Kubitschek, Leiterin des Wirtschafts-Bereichs in der AK Wien: "Es gibt den Österreich-Aufschlag!"

Lebensmittel des täglichen Bedarfs kosten in Österreich viel mehr als in Deutschland. So brachte die Erhebung Preisunterschiede von bis zu knapp 136 Prozent bei einer Baguette-Sorte zu Tage. Ein 250 g Baguette nach französicher Art kostet in Wien durchschnittlich 1,51 Euro, in Passau nur 64 Cent. Im Schnitt sind die Lebensmittel in Wien um 24 Prozent teurer. Werden die Preise um die Umsatzsteuer bereinigt, bleibt ein Preisunterschied von 21 Prozent.

19 idente Lebensmittel kosten bei Lidl in Wien um durchschnittlich rund 20 Prozent mehr als bei Lidl in Passau. Den größten Preisunterschied gibt es beim Landgut Roggen Vollkornbrot. Das Brot kostet in Passau 45 Cent, in Wien 75 Cent, also um rund 67 Prozent mehr.

18 idente Lebensmittel sowie Baguette und Semmeln von der Frischtheke kosten beim Zielpunkt in Wien im Schnitt um mehr als 30 Prozent mehr als im Plus-Markt in Passau. Den größten Preisunterschied gibt es beim Müllertreu Roggen-Vollkornbrot. Das Brot kostet in Passau 49 Cent, in Wien 1,09 Euro, also um rund 122 Prozent mehr.

Bei Hofer in Wien bzw Aldi Süd in Passau wurde in den vorgegebenen Produktkategorien nur ein absolut identes Produkt (Milfina Vollmilch, 3,5 Prozent Fett) gefunden. Bei diesem Produkt ist Hofer Wien um mehr als 16 Prozent teurer.

Beim Penny-Markt waren vier Produkte ident. Penny in Wien ist im Schnitt um 20,6 Prozent teurer als Penny in Passau. "Regal-Patrioten" (aus der Penny-Werbung) in Wien müssen also wesentlich tiefer ins Börsel greifen.

Erhoben wurden die Preise in Wien bei Billa, Hofer, Interspar, Lidl, Merkur, Penny Markt, Spar, Zielpunkt, Adeg und Magnet, in Passau bei Aldi, Netto, Kaufland, DEZ E-Center, Real, E-Aktiv-Markt Schwaiberger, Lidl, Penny, Norma, Plus nahkauf frisch+schnell und Rewe. Die Preise wurden vor Ort in den Geschäften erhoben. Es wurden Normalpreise (ohne Aktionen) erhoben, verglichen wurden 68 idente Produkte sowie Baguettes und Semmeln von der Frischtheke. Ident bedeutet gleiche Marke, Hersteller und Menge.

"Der Lebensmittelhandel in Österreich und Deutschland ist keineswegs vergleichbar", antwortet Erich Lemler, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Sowohl die Marktstrukturen als auch das Produktangebot folgen anderen Gesetzen. "Bei ihrem Preisvergleich übersieht die Arbeiterkammer, dass in Österreich ganz andere gesetzliche Rahmenbedingungen, beispielsweise strengere Prüfvorschriften für Lebensmittel, existieren", erklärt Lemler. Diese würden sich dann auch im Preis niederschlagen, argumentiert man bei der Wirtschaftskammer: "Der österreichische Lebensmitteleinzelhandel ist ein Qualitätsmarkt, der deutsche ein reiner Preismarkt."

Weiteres argumentiert Lemler mit unterschiedlichen Kostenstrukturen: "Die Kosten für Wasser und Müllentsorgung sind beispielsweise in Österreich stark angestiegen. Ebenfalls sind die Kosten bei Treibstoff und Energie für jeden merkbar gewachsen".

"Der Österreichaufschlag ist eine Tatsache, daran kommt auch Herr Lemler von der Wirtschaftskammer nicht herum", kontert Maria Kubitschek von der AK Wien, "wo genau in der Wertschöpfungskette sich dieser Aufschlag versteckt, das wollen wir wissen."  Die Argumente vom Handel und jetzt auch seitens der WKÖ lässt sie nicht gelten. Die gesetzlichen Bestimmungen in Bezug auf Lebensmittelsicherheit in Deutschland seien durchaus mit Österreich vergleichbar. Selbiges gilt für die strengen Kontrollvorschriften, die darüber hinaus von der öffentlichen Hand getragen würden. Auch von den steigenden Kosten bei Treibstoffen und Energie seien deutsche Unternehmen genauso betroffen wie heimische, meint Kubitschek. Der Anteil der Gebühren an der Inflation ist verschwindend gering. Beim Inflations-Jahreshoch im Juni betrug die Inflation 3,9 Prozent, der Anteil der Gebühren lag bei 0,21 Prozentpunkten. Darin sind 50 verschiedene Gebühren enthalten und nicht nur Wasser oder Müllentsorgung. "Das können also nicht die wahren Preistreiber sein", sagt Kubitschek abschließend.

Quelle: AK Wien, WKO

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