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Steigende Rohstoff-Preise machen Orangensaft teurer

Ein Wirbelsturm in Florida hat mit Orangensaft in Österreich zu tun

01.08.2006

Der Preis für Orangen- und Grapefruit-Säfte hängt sehr stark davon ab, wie oft und in welcher Intensität Hurrikans und andere Naturkatastrophen die Hauptanbaugebiete wie Florida und Brasilien heimsuchen. Der Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie weist darauf hin, dass die Rohstoffpreise dramatisch gestiegen sind.

Teurer Rohstoff, günstiges Endprodukt?

Nach zum Teil verheerenden Schäden und Ernteausfällen in den Hauptanbaugebieten in Brasilien und besonders in Florida hat sich der Preis der Früchte drastisch nach oben entwickelt. Besonders prekär ist die Situation in Florida, wo es - ausgelöst durch massive Wirbelstürme und Hurrikans - zur Vernichtung von Teilen der Anbauflächen gekommen ist. In diesen Gebieten bedarf es Jahre bis zur Wiederherstellung der ursprünglichen Anbauflächen und Flächenproduktionsleistungen.

Diese Situation hat zu massiven Verknappungen von Orangen- und Grapefruitkonzentrat am Weltmarkt geführt und folglich die Preise in die Höhe treiben lassen. Der Preis für Orangensaftkonzentrat beispielsweise hat sich in den letzten zwölf Monaten mehr als verdoppelt, bei weiter steigender Tendenz. Eine Entspannung der preislichen Lage ist mittelfristig nicht in Sicht. Für die gesamte Branche hat sich der Kostendruck verstärkt. Die nicht vermeidbare Folge ist, dass die Verkaufspreise für Orangensaftprodukte quer über die Sortimente international angehoben wurden.

Aufgrund der weiteren Verschärfung der Kostensituation wird eine neuerliche Anhebung der Verkaufspreise aus heutiger Sicht notwendig sein. Auf internationaler Ebene ist in einigen Ländern das Anrollen dieser zweiten Preiserhöhungswelle schon jetzt feststell- und beobachtbar. Das müsste natürlich Auswirkungen auf den Preis einer Packung oder Flasche Orangensaft im Supermarktregal haben. "Wegen teurer Rohstoffe einerseits und der im Verhältnis immer noch günstigen Preise für das Endprodukt wird sich eine Preiserhöhung nicht vermeiden lassen," betont Michael Blass, Geschäftsführer des Fachverbands der Nahrungs- und Genussmittelindustrie.

Nachfrage steigt weltweit

Sinnvolle Alternativen zu den Hauptbezugsgebieten gibt es für österreichische Fruchtsaftproduzenten nicht: Florida und Brasilien sind und bleiben die wichtigsten Anbaugebiete für den heimischen Orangensaft. Insgesamt wird die Nachfrage nach Orangen und Grapefruits als Rohware signifikant stärker: Auch Märkte wie China und Indien fragen Konzentrate aufgrund der verbesserten wirtschaftlichen Lage stärker nach.

Die Abhängigkeit des Ernteertrags von der Witterung soll sich in Zukunft jedenfalls auf die Saftpreise in Europa auswirken. "Laut Firmenangaben hat sich die Rohware Grapefruit nach einer verheerenden Erntevernichtung in Kuba um 300 Prozent verteuert," rechnet Blass vor. "Die Preissteigerung bei den Rohstoffen kann nicht ohne Folgen für die Endware bleiben!"

Quelle: Ecker & Partner

 

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