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Beziehung zum Vater ist für das Kind wichtig

Erfahrung von Grenzen festigt die Persönlichkeit

02.04.2009


Eine gute Beziehung zu ihrem Vater kann Jugendlichen helfen, Abstand von Alkohol und Drogen zu nehmen. Zu diesem Schluss kommt die walisische Sozialorganisation Catch22, die eine Erhebung unter 18.000 Jugendlichen durchgeführt hat. Der Großteil der erfassten 15-Jährigen - acht von zehn Burschen und sieben von zehn Mädchen - berichteten von einer engen Beziehung zu ihren Vätern, wobei dieser Anteil erwartungsgemäß höher war, wenn der Vater in der Familie lebte. Ein Vergleich mit dem Konsum von Suchtgiftmittel zeigte, dass Jugendliche mit enger Vaterbindung deutlich weniger Alkohol, Zigaretten und Haschisch konsumierten. Wesentlichen Einfluss hatte allerdings auch das Konsumverhalten der Eltern.

Was eine gute Vater-Kind-Beziehung ausmacht, unterscheidet sich je nach Geschlecht des Kindes, betont die Wiener Psychologin Sandra Velazquez. "Schießt bei Burschen in der Adoleszenz das Testosteron ein, so kommt den Vätern die Rolle zu, eine Basis für Selbstkontrolle zu vermitteln." Da sich pubertäre Jungen gerne messen und miteinander raufen, könne der Vater am besten auf spielerische Weise Grenzen vermitteln. Dadurch gebe er der jungen Persönlichkeit eine Sicherheit, die die Mutter nicht anbieten könne. "Delinquenz ist oft dadurch mitverursacht, dass es diese Grenzen nicht gibt", so die Psychologin. Fehle der Vater, sei eine positive väterliche Kraft in der Nähe sehr hilfreich.

Für Mädchen besitzt die väterliche Bezugsperson wiederum eine ganz andere Bedeutung."Der Vater unterstützt die Ausprägung der Identität als Frau. Die Beziehung der Tochter zu ihm ist das erste Vorbild für den Umgang mit dem männlichen Geschlecht", so Velazquez. Sei die Vater-Tochter-Beziehung von Wertschätzung und Annahme geprägt, trage das wesentlich zum positiven Selbstbild bei. "Mädchen suchen die Nähe des Vaters und kokettieren mit ihm, ohne dass das Konsequenzen trägt. Es hat jedoch verheerende Folgen, wenn dieser geschützte Bereich verletzt wird und es zu sexuellem Missbrauch kommt", so die Familienpsychologin.

Im Fall der Scheidung hänge es von der Kooperation beider Elternteile ab, ob sie diese Funktionen aufrecht erhalten können. "Es ist auch für das Kind wichtig, dass die Auseinandersetzung der Eltern zu einem Punkt gegenseitiger Akzeptanz kommt. Ist der Konflikt hingegen festgefahren, bildet professionelle Hilfe eines unbeteiligten Dritten oft den einzigen Ausweg." Anstrengungen in dieser Hinsicht seien wertvoll für das weitere Engagement der Väter, denn in der Praxis würden viele Vater-Kind-Beziehung aus Resignation beendet, berichtet Velazquez.

Gleichzeitig sieht die Familienpsychologin einen leichten Trend hin zu mehr väterlichem Verantwortungsbewusstsein in der Erziehung. "Auch wenn es in absoluten Zahlen noch wenige sind, nutzen immer mehr die Möglichkeit einer Väterkarenz." Wichtig sei dabei jedoch, dass keine Konkurrenz zwischen den Eltern entstehe. "Es darf nicht darum gehen, wer von beiden die bessere 'Mutter' oder wer der bessere 'Vater' ist. Die Rollen der Eltern sind verschieden", so Velazquez abschließend.

Quelle: pte

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