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Ende der Pubertät beginnt mit regelmäßigem Schlaf

Dass Jugendliche abends länger wach bleiben, ist ganz normal.

21.04.2009


Wenn Jugendliche beginnen, am Abend früher ins Bett zu gehen, ist das ein deutliches Zeichen für das Ende ihrer Pubertät. Zu diesem Schluss kommen Chronobiologen der psychiatrischen Klinik der Universität Basel im Fachmagazin PlosOne. Der Beginn der Pubertät ist durch körperliche Veränderungen leichter erkennbar als ihr Ende. Der Schlafrhythmus könne ein guter Anhaltspunkt für das Erwachsenwerden sein, so die Forscher. "Fünf bis sechs Jahre nach Beginn der Pubertät passt sich das Schlafmuster dem von Erwachsenen an. Bis dorthin gehen Jugendliche spät ins Bett, sind morgens kaum ausgeschlafen und brauchen das Wochenende zur Erholung", erklärt Studienleiter Christian Cajochen. Für die Untersuchung wählten die Forscher 1.000 Mädchen, da sie sich meist weitaus besser an den Zeitpunkt ihrer ersten Regelblutung erinnern können als Jungen an den ersten Samenerguss oder an den Beginn des Stimmbruchs.

"Jugendliche entwickeln in der Pubertät eine ungeheure Kapazität, abends wach zu bleiben und in der früh lange zu schlafen, die früher wie auch später nie wieder erreicht wird", betont Cajochen. Ein früheres Zubettgehen sei den Jugendlichen gar nicht möglich. "Ihre innere Uhr sorgt bis spätabends für ein Wecksignal. Jugendlichen würde es kaum passieren, dass sie abends so wie viele Erwachsene vor dem Fernseher einschlafen." Das führe dazu, dass Jugendliche mit Fortschreiten der Woche eine Schlafschuld ansammeln, die sich besonders am Freitag bemerkbar macht. "Doch auch am Freitag gehen Jugendliche nicht früher ins Bett, da sie ja am Wochenende länger ausschlafen. Am Samstag und Sonntag stehen sie hingegen durchschnittlich zwei Stunden später auf als Erwachsene."

Die genauen Gründe für das lange Aufbleiben kennt man bis heute nicht."Manche spekulieren, dass es die Partnersuche unterstützen soll. Doch diese abendliche Schlaflosigkeit betrifft alle Jugendlichen, auch diejenigen, die nicht regelmäßig in die Disko gehen", so Cajochen. Die Senkung des Hormons Melatonin, das unter anderem für die innere Uhr zuständig ist, dürfte am unregelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus eine Rolle spielen, wenngleich laut Cajochen kein direkter Zusammenhang besteht. Beteiligt sind auch die zahlreichen weiteren körperlichen Umstellungen während der Pubertät. "Im Hirnstrombild kann man beobachten, dass Jugendliche extreme Tiefschlafphasen durchgehen, bei denen die Tätigkeit der Synapsen minimiert wird."

Je älter die Jugendlichen sind, desto stärker ist das Phänomen des langen Aufbleibens am Abend meist ausgeprägt. Fünf bis sechs Jahre nach Eintritt der Pubertät ändern sich die Schlafgewohnheiten jedoch innerhalb eines Jahres. "Bei Frauen wird, je nach Zeitpunkt der ersten Regel, die meist im Alter zwischen 11 und 16 Jahren einsetzt, der Schlaf mit 16 bis 21 Jahren regelmäßiger", berichtet Cajochen. Als entscheidendes Kriterium dafür gilt der Unterschied zwischen der Schlafdauer an Schultagen und am Wochenende. "Erwachsene gehen etwas früher ins Bett, wenn sich auch ihre gesamte wöchentliche Schlafdauer nicht automatisch ändert. Denn am Wochenende stehen sie meist früher auf als noch während der Pubertät."

Alle Ergebnisse legen laut dem Basler Forscher nahe, dass ein späterer Unterrichtsbeginn im Pubertätsalter Sinn macht. "In der Schweiz beginnt die Schule teilweise um 7:30 Uhr, daher müssen viele Jugendliche schon um sechs aufstehen. Studien haben jedoch gezeigt, dass sich die Schulnoten bessern, wenn der Unterricht später angesetzt wird." Einige Schulen versuchen bisher, die Jugendlichen morgens durch aktivierendes Licht auf Leistung zu bringen.

Quelle: pte


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