Amsler-Netz : Sehtest kann Augen-Erkrankung zeigen
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchung im Alter besonders wichtig
Augenprobleme gehören für 43 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher zum Alltag. Mehr als 3,1 Millionen leiden an mindestens einer Sehbeeinträchtigung. Während rund 87 Prozent der Betroffenen diese Defizite durch Brillen, Kontaktlinsen oder Operationen als "behoben" bezeichnen, müssen etwa 407.000 Menschen, das sind sechs Prozent der Bevölkerung, mit einer nicht behobenen Beeinträchtigung ihres Sehvermögens leben. Abhängig von der Art der Erkrankung und dem Zeitpunkt der Diagnose können spezielle Therapien und Medikamente dazu beitragen, die Schädigungen in Grenzen zu halten.
Erblindungsursachen und ihre Häufigkeit
Die Nummer eins unter allen Erblindungsursachen ist der Grüne Star, auch Glaukom genannt, dessen verschiedene Formen medikamentös oder mittels Operation behandelt werden können. Weltweit gibt es etwa 70 Millionen Erkrankte, davon sind mindestens sieben Millionen bereits erblindet. In Österreich leiden rund zwei Prozent der über 40-Jährigen an Grünem Star. Mit zunehmendem Alter tritt diese Erkrankung jedoch immer häufiger auf. Unproblematischer, weil fast immer operabel, ist der Graue Star (Katarakt), der vor allem ältere Menschen über sechzig betrifft. Fünf Prozent aller 70-Jährigen sind davon betroffen, bei den 80-Jährigen sind es bereits zehn Prozent. 25.000 Menschen in Österreich leiden unter der Altersbedingten Makula-Degeneration (AMD), jährlich kommen 2.000 bis 3.000 Neuerkrankungen hinzu. Besonders heimtückisch ist die "feuchte" Version der AMD, die für rund 30 Prozent aller Neuerblindungen verantwortlich ist. Bei dieser aggressiven Erkrankung kann es innerhalb weniger Wochen zu einer de-facto-Erblindung kommen. Eine spezielle Laserbehandlung in Kombination mit einem Medikament kann das Augenlicht retten. Daher ist die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt unerlässlich, um solche Leiden frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu behandeln. Auch ein einfacher Selbst-Test mit dem kostenlos erhältlichen Amsler-Netz, den man zuhause durchführen kann, hilft erste Anzeichen von krankhaften Veränderungen zu erkennen.
Augenvorsorgeschwerpunkt
Im Rahmen der Gesundheitsförderungsbewegung des BMGF ("Besiege deinen iSch - deinen inneren Schweinehund") wird die Bevölkerung ab März 2005 durch TV-Spots mit der TV-Moderatorin Danielle Spera auf die Wichtigkeit regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt hingewiesen. Ab Sommer 2005 wird es Gesundheitspässe für Seniorinnen und Senioren geben, die auch eine Überprüfung des Sehvermögens vorsehen. Für Frauen und Männer unter und über 40 Jahren sind ebenfalls Vorsorgepässe in Arbeit.
Derzeit verlieren in Österreich bereits ein bis zwei Menschen täglich so viel von ihrer Sehkraft, dass sie auf fremde Hilfe angewiesen sind. Für die Betroffenen bedeutet das nicht nur eine schwere körperliche Beeinträchtigung, sondern auch eine psychische Belastung. Die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen bietet ihren Mitgliedern - neben zahlreichen anderen Dienstleistungen - auch in diesem Bereich Hilfe an. "Besonders am Herzen liegt uns aber die Vorsorge," so Vorsitzender Direktor Heinz Vogel, "denn damit kann die Zahl der Neuerblindungen verringert werden."
Tipps für Ihre Augengesundheit
Durch die Berücksichtigung einfacher Regeln können im Alltag die Belastungen, denen unsere Augen ständig ausgesetzt sind, deutlich reduziert werden:
- Achten Sie
beim Autofahren (im Reisebus, im Flugzeug) darauf, dass sich der Strahl
des Luftgebläses nie direkt auf Ihre Augen richtet.
- Schützen Sie Ihre
Augen beim Sport vor zuviel Zugluft, z. B. durch Skibrillen.
- Gönnen
Sie Ihren Augen, gerade wenn Sie am Bildschirm arbeiten, öfter eine
"Auszeit". Nach zwei Stunden Computerarbeit sollte 15 Minuten Pause
gemacht werden.
- Zwinkern und Blinzeln Sie während der Arbeit am Bildschirm
ganz bewusst. Sie regen so den Tränenfluss an und verhindern, dass Ihre Augen austrocknen und zu brennen beginnen.
- Decken Sie die Augen
mehrmals täglich für kurze Zeit mit den Händen ab, üben Sie aber keinen
Druck aus. Dunkelheit und Wärme tun den Augen gut.
- Sorgen Sie für
genügend Luftfeuchtigkeit in Ihren Wohn- und Arbeitsräumen.
- Meiden Sie Räume, in denen geraucht wird.
- Achten Sie auf die Zufuhr von viel frischer Luft.
Eigenvorsorge mit dem Amsler-Netz
Frauen und
Männern über 40 wird empfohlen, regelmäßig mit dem Amsler-Netz zu überprüfen, ob
Störungen des Sehvermögens vorliegen. Das Amsler-Netz ist ein einfaches Gitter
aus horizontalen und vertikalen Linien, das aus ca. 30 bis 40 cm Entfernung
einige Sekunden lang fixiert wird. Zuerst wird das eine Auge abgedeckt, danach
das andere. Werden wellenförmige oder verschwommene Linien wahrgenommen, könnten
das erste Symptome einer Augenerkrankung sein. In diesem Fall sollte unbedingt
ein Augenarzt konsultiert werden. Der Test kann in regelmäßigen Abständen alle
paar Wochen durchgeführt werden. Zu diesem Zweck kann man das Amsler-Netz an
einer leicht zugänglichen Stelle anbringen.
Weitere Informationen über die Aktion "Schauen Sie
auf Ihre Augen" 2005, die wichtigsten Augenerkrankungen und den kostenlosen Sehtest (Amsler-Netz) erhalten Sie unter der Hotline 01 / 42 733 42.






















