Stimmtraining : Wann ist eine Stimme angenehm ?
Erotik der Stimme wirkt sich besonders im Frühling aus
Schlagen
sich die so genannten "Frühlingsgefühle" auch in dem Klang unserer Stimme
nieder? Liegt im Frühjahr mehr Erotik in der (Stimm-)Luft? Die bekannte
österreichische Sexualtherapeutin Dr. Gerti Senger meint, es liegt im Frühling
eindeutig mehr Erotik in der Stimme. Wobei laut Senger nicht klar ist, ob
Stimmen wirklich anders klingen oder wir sie nur anders empfinden wollen: "Ich
könnte mir vorstellen, dass durch die allgemeine Aufbruchstimmung im Frühjahr
die Stimmen einen stärkeren Aufforderungscharakter bekommen. Das `Wie geht´s`
kann wie immer ganz automatisch klingen oder es kann - anders betont - auch eine
Einladung sein und einen Flirt-Inhalt haben", so Senger. Sowohl Senger als auch
Perner glauben, dass sich die Aufmerksamkeit in Bezug auf stimmliche erotische
Signale im Frühling verändert. Im Frühling wird also mehr "hingehört" und auf
den Klang einer Stimme geachtet.
Gibt es denn überhaupt einen direkten Zusammenhang zwischen Stimme und
Erotik? Was macht eine Stimme besonders erotisch, wann nehmen wir eine Stimme
als erotisch wahr? Dr. Rotraud Perner meint, dass, ähnlich dem Balzverhalten im
Tierreich, unsere Stimme sich in erotischen Momenten verändert: "In Bezug auf
Sexualität ist es sehr wesentlich, wie die Stimme klingt, weil sich die Stimme
bei sexueller Erregung ja verändert. Sie wird tiefer und gutturaler." Wenn
Stimmen in erotischen Momenten tiefer werden, ließe das den Umkehrschluss zu,
dass tiefere Stimmen erotischer wirken. Perner dazu: "Wenn jemand von Natur aus
eine tiefe Stimme hat, braucht er oder sie sich nicht wundern, wenn öfter dieses
Reiz-Reaktions-Schema abläuft". Doch keine Angst, die Stimme an sich ist nichts
unveränderbar Fixes oder Starres.
Perner und Senger sind sich sicher, dass man
an seiner Stimme arbeiten kann: damit diese erotischer klingt! "Die Bedeutung
der Stimme kann nicht hoch genug eingeschätzt werden", weiß auch Arno
Fischbacher, Stimmtrainer und Initiator des Netzwerkes "stimme.at": "Rund 40 %
unseres ersten Eindrucks von einer Person hängen von deren Stimme ab. Damit ist
die Stimme natürlich insbesondere bei der Partnerwahl von entscheidender
Bedeutung." Heißt das, Menschen mit dünner und wenig ausdrucksstarker Stimme
sind im Flirt für immer ohne Chance? Nein, es gibt Mittel und Wege, eine ausdrucksvollere Stimme zu bekommen.
Das setzt allerdings voraus, das man in einem ersten Schritt unter fachlichem
Coaching die eigene Stimme erstmal richtig kennenlernt, um danach an der Stimme
zu arbeiten und das persönliche Stimm-Potenzial auch wirklich auszuschöpfen.
"Jeder kann seine Stimme formen und entwickeln, wenn er sie einmal bewusst
entdeckt hat", so Fischbacher. Auch Dr. Gerti Senger vertritt die gleiche
Anschauung: "Die Stimme ist formbar, ist zu beeinflussen. Aber erst wenn ich
weiß, wie meine Stimme klingt, kann ich beginnen sie zu trainieren, einen
gewissen `Wohllaut` mir zu erarbeiten."
Die Stimme ist jedoch nicht nur bei der Partnerwahl entscheidend. Im
alltäglichen, beruflichen Kontakt entscheidet oft bereits der erste Eindruck der
Stimme und nicht etwa der tatsächliche Inhalt des Gespräches über Sympathie, und
damit über die Qualität des Geschäftskontaktes und den Geschäftserfolg. Immer
mehr Unternehmen schulen deshalb ihre Mitarbeiter in Stimmseminaren. Zum einen,
um deren eigene Sicherheit zu stärken, zum anderen um ihr Auftreten zu
verbessern. Viel wichtiger noch ist aber der zweite Aspekt: Der Faktor der
Sympathie, denn eine wohlklingende Stimme stärkt die persönliche Wirkung auf
andere. "Mit unserer Plattform `stimme.at´ versuchen wir diesem Erfolgsfaktor
und Umsatzbringer Stimme Rechnung zu tragen. Wir bieten gezielt Seminare für die
Wirtschaft an.", führt Ingrid Amon an. Amons
Buch "Die Macht der Stimme" wurde in kürzester Zeit zum Bestseller und ist
bereits in der dritten Auflage erschienen.
Hohe
Stimmlagen werden von uns automatisch nicht nur als wenig kompetent eingestuft.
Weniger seriös oder vertrauenswürdig klingen sie in unseren Ohren überdies.
Offenbar empfinden wir sie auch noch als unerotisch. Werden bei Frauen besonders
die wohl modulierten mittleren Tonlagen als angenehm und damit erotisch
empfunden, sind es bei Männern besonders die tieferen Stimmlagen. Doch wann
spricht man überhaupt von einer "erotischen" Stimme? Senger: "Wahrscheinlich
spricht man dann von einer erotischen Stimme, wenn sie wohl tut. Man will ja von
etwas was unangenehm, laut, schrill, quiekend oder ähnliches ist flüchten, was
bedeutet, dass man nicht zuhört. Wohltuend bedeutet gleichermaßen erotisch, denn
die Stimme berührt ja, auch physisch." Genau hier setzt das Coaching- und
Seminarsystem der Coaches und Trainer von stimme.at an. Arno Fischbacher: "Es
sind interessanter Weise weitgehend die selben Eigenschaften, die eine Stimme
sexy wirken lassen und die Erfolg im Beruf bescheren. Eine dunkle oder volle
Stimme wird eher als sexy empfunden. Warum? Weil der Klang der Stimme Nähe und
Vertrauen vermittelt!" Eine gute
Stimme ist kein Glücksfall und schon gar kein Luxus - eine ausgebildete Stimme
ist heute trainierbar.
Quelle: pte
























