Tiefkühlgemüse - oft mehr Vitamine als Frischgemüse
Durch Schockfrosten bleiben Vitamine erhalten
Gerade wenn uns Wetterkapriolen zu schaffen machen und unser Immunsystem auf Hochtouren arbeitet, um vor Erkältungen und Schnupfen zu schützen, braucht der Körper dringend Vitamine und Mineralstoffe. Dazu müssen Sie aber nicht täglich zum Supermarkt pilgern oder massenweise Pillen schlucken. Mit heimischem Tiefkühl-Gemüse steht ebenfalls eine sehr gute Quelle dafür zur Verfügung, die es mit Exoten und Zitrusfrüchten
nicht nur aufnehmen kann, sondern diese sogar noch übertrifft.
Die Reaktionsfähigkeit unseres Immunsystems wird durch
Faktoren wie physischen und psychischen Zustand, die Darmflora, aber vor allem
die Ernährung beeinflusst. Dieses natürliche Schutzsystem des Menschen umfasst
Organe, Zellen und Eiweißkörper, deren Funktion die Abwehr körperfremder
Substanzen und Krankheitserreger ist. Zehn Prozent dieser Milliarden
Abwehrzellen werden täglich erneuert und in Knochenmark, Milz, Leber,
Thymusdrüse sowie Lymphknoten und Blinddarm gebildet. Wichtigste Helferlein
dafür: die Vitamine aus unserer Nahrung.
Als klassischer Grippeschutz gilt seit jeher Vitamin C, wobei die meisten Menschen zuerst an
Zitronen oder Orangen denken. Dabei kann es heimisches Obst und Gemüse mit den
Exoten in jeder Hinsicht aufnehmen. Ernährungswissenschafterin Mag. Sabine Bisovsky empfiehlt:
"Sehr Vitamin-C-reich sind - schonende Zubereitung vorausgesetzt - neben
Paprika alle Kohlsorten wie Grünkohl, Karfiol oder Kohlrabi, aber auch Fisolen
und Erdäpfel. Letztere werden deshalb sogar "Zitronen des Feldes"
genannt."
Statt Bananen aus Übersee kann man z.B. öfters einmal Broccoli
essen. Immerhin decken 100 Gramm von diesem "grünen Kraftstoff" mit
einem Gehalt von 90mg Vitamin C den täglichen Vitamin C-Bedarf (75mg) ab. Und das
auch im Winter, denn mit Tiefkühlgemüse stehen das ganze Jahr hindurch frische
Vitaminquellen zur Verfügung.
Mit dem Schockfrosten wurde in den 30er Jahren zum ersten Mal
eine Methode erfunden, die es ermöglicht, Lebensmittel zu konservieren und
ihren Nährwert trotzdem bestmöglich zu erhalten. Wichtig dabei sind zwei
Faktoren: Kälte und Geschwindigkeit. Bei Iglo wird das Gemüse z.B. innerhalb von wenigen Stunden geerntet, verarbeitet und eingefroren - den Temporekord halten dabei die Erbsen
mit 90 Minuten. Auch das Einfrieren findet mit "Hochgeschwindigkeit"
statt. Das Gefriergut wird einem Kältestrom von etwa minus 35 Grad ausgesetzt,
wodurch nicht nur die Oberfläche sondern auch der Kern gefriert. Zugleich
bildet die Zellflüssigkeit - anders als beim Einfrieren in der privaten
Tiefkühltruhe - nur extrem kleine Eiskristalle. Dadurch bleiben die
Zellstruktur und damit die Konsistenz erhalten und die Nährstoffe eingeschlossen.
"Wenn man zu Hause das Tiefkühl-Gemüse entsprechend behandelt und nicht
"zerkocht", hat man einen großen Anteil an Vitaminen und sekundären
Pflanzenstoffen für den Genuss bewahrt", erklärt Sabine Bisovsky.
Auf jeden Fall um ein Vielfaches mehr, als aus Frischgemüse,
das einige Zeit bei Raumtemperatur gelagert wurde. Bereits im Jahr 1989 wurde von Univ.-Prof. Dr. Herbert Woidich, dem Leiter der Wiener
Lebensmittel-Versuchsanstalt, anhand einer Testreihe nachgewiesen, wie rapide
der Vitamin-Abbau in Obst und Gemüse durch den Transport und die Lagerung bei Plusgraden vor sich
geht. Tiefgekühlter Broccoli weist im Schnitt
einen um 50% höheren Gehalt an natürlichem Vitamin C auf als Ware am Markt.
Noch viel schlechter steht es um die Werte bei "Frischware" aus
anderen Ländern, die lange Transportwege hinter sich hat.
Der Vitamin C-Gehalt von
Erbsen beträgt z.B. bei minus 18 Grad nach vier Monaten noch immer fast hundert
Prozent. In einem normalen Kühlschrank nimmt der Vitamin C-Gehalt
bei einer Temperatur von 2 bis 4 Grad pro Tag um ca. 7 Prozent ab, während bei
einer Temperatur von 12 Grad bereits nach einem Tag nur mehr 59 Prozent des
Vitamin C erhalten geblieben sind. Im Durchschnitt kann man Obst und Gemüse in
der Tiefkühltruhe bei minus 18 Grad ein bis zwei Jahre lagern, ohne dass die
Qualität wesentlich abnimmt.
Das Gleiche gilt übrigens
für Tiefkühlfisch und –fleisch: auch hier bleiben Nährstoffe wie Kohlenhydrate,
Eiweiß und Mineralstoffe größtenteils unverändert. Anders als bei Gemüse,
können Sie Fleisch auch selbst einfrieren. Eine Lagerung von sechs bis zwölf
Monaten sollte dann kein Problem sein. Tipp: Fleisch, Geflügel und rohen Fisch zugedeckt
im Kühlschrank oder in der Mikrowelle auftauen lassen. Dadurch wird die Garzeit
verkürzt und das Fleisch wird beim Braten nicht so schnell hart.
Abschließend noch ein
paar Tipps für den Griff in die Kühltruhe:
- Kontrollieren
Sie im Supermarkt, ob das Thermometer in der Gefriertruhe mindestens minus 18
Grad anzeigt.
- Greifen
Sie nach Produkten von weiter unten in der Truhe, diese sind in der Regel
besser gefroren als jene ganz oben.
- Achten
Sie darauf, dass die Verpackung nicht beschädigt ist, sonst besteht die Gefahr
von Gefrierbrand.
- Auf der
Packung sollten sich keine großen Eiskristalle befinden, sonst war diese schon
einmal angetaut.
- Machen Sie bei Gemüse den Schütteltest: rasselt es in der Packung, ist alles ok; ist
der Inhalt hingegen ein fester Block dann war die Packung angetaut.
- Benutzen Sie für den Transport eine Isoliertasche aus dem Supermarkt und frieren Sie die Produkte daheim möglichst rasch wieder ein.

























