Wasser - Zu wenig Trinken macht dick und krank
Infos und Tipps für eine ausreichende Flüssigkeits-Zufuhr
Zahlreiche Krankheitssymptome des Körpers lassen sich schlicht auf chronische Austrocknung zurückführen. Diese Meinung vertritt der amerikanische Arzt Dr. F. Batmanghelidj und gibt verblüffend simple Tipps, wie man seinen Wasserhaushalt effektiv regeln kann.
Alle Abläufe im Körper werden durch Wasser überwacht und dadurch
überhaupt erst möglich gemacht; deshalb ist eine ausreichende Versorgung mit
Wasser existenziell. Der Körper braucht täglich ein absolutes Minimum von 6 – 8
Gläsern Wasser. (mindestens 0,03 Liter pro kg Körpergewicht!) Kaffee, schwarzer
Tee und andere koffeinhaltige Getränke zählen nicht als Wasser sondern müssen
von der benötigten Wassermenge abgerechnet werden.
Ein trockener Mund
ist das wirklich letzte Warnsignal für eine bestehende Austrocknung. Der Körper
kann auch an Dehydrierung leiden, wenn der Mund relativ feucht ist. Ob eine
Dehydrierung besteht, lässt sich am besten an der Farbe des Urins erkennen: Urin
sollte farblos bis hellgelb sein. Ist er dunkler, ist das ein Anzeichen für
Austrocknung. Fehlt Wasser (und das ist bei den meisten Menschen der Fall) kommt
es unweigerlich zu Störungen. Viele Krankheiten sind nach Dr. F. Batmanghelidj
im wesentlichen nur auf Wassermangel zurückzuführen.
Ausführlich setzt
sich der Autor deshalb in seinen Büchern mit den Themen Diabetes, Asthma und Allergien,
Bandscheibenproblemen, Übergewicht, Bluthochdruck, Stress, Depressionen,
chronische Müdigkeit, Schmerzen aller Art und Herzbeschwerden auseinander.
Sehr detailliert beschreibt Dr. Batmanghelidj den Zusammenhang dieser
Krankheitsbilder mit chronischem Wassermangel.
Seine Erklärung zum Beispiel des Bluthochdrucks: Austrocknung ist so
ziemlich das gefährlichste für den menschlichen Körper. Deshalb haben wir alle
ein hochsensibles Notprogramm im Gehirn welches sofort anläuft, wenn der
Wasserhaushalt im Körper gestört ist. Das Gehirn kann am schnellsten geschädigt
werden, deshalb wird sein Wasserbedarf unter allen Umständen gedeckt. Ebenso die
wichtigsten inneren Organe. Der erhöhte Bedarf an Wasser in diesen Organen
verringert die Blutmenge in den Adern, da das Blut - was eigentlich nicht seine
Aufgabe ist - Wasser in diese Organe und in die Zellräume abgibt. Um nun durch
den erhöhten Bedarf in den Adern Wasser zu sparen, erhöht der
Körper den Druck in den Arterien, indem er diese zusammenzieht. Dieser Vorgang
ist höchst kompliziert und die Erklärung denkbar einfach. Das Herz muss stärker
pumpen, um die lebenswichtigen Vorgänge, wie Herz- und Hirndurchblutung aufrecht
erhalten zu können. Bei reichlicher Wasserzufuhr kann diese Notmaßnahme
unterbleiben. Das Blut wird wieder dünnflüssig, die Widerstände lösen sich auf.
Das Herz als Muskel kann sich schonen, der Blutdruck sinkt.
Auch beim Thema Übergewicht ist lt. Dr. Batmanghelidj oft zu wenig Wasser im Spiel. Amerikanische Studien zeigen: Nur einer von
fünf übergewichtigen Patienten trank tatsächlich die empfohlene ausreichende
Wassermenge pro Tag. Die meisten bringen es noch nicht einmal auf einen Liter.
Das ist deshalb so verheerend weil der Mensch zu 75 Prozent aus Wasser besteht. Das
Gehirn, die Schaltzentrale des Stoffwechsels, sogar zu 85 Prozent. Das Gehirn
hat den höchsten Wasserbedarf im Körper. Der Körper braucht also dringend
Wasser, um die in den Gehirnzellen gebildeten Neurotransmitter (Botenstoffe) zu
den Nervenzellen zu transportieren. Nur dann können wir uns gut konzentrieren,
sind entspannt und gut gelaunt.
Die Rolle des Trinkens beim Abnehmen:
Fehlt Wasser, arbeitet der Stoffwechsel mangelhaft. Abfallprodukte können nicht
mehr ausgeschwemmt werden, verbleiben in den Zellen. So können die Zellen
lebensnotwendigen Sauerstoff und Nährstoffe nicht mehr optimal aufnehmen und
verlieren auf Dauer ihre Funktionsfähigkeit. Folge: Verdauungsprobleme,
Übergewicht und Falten.
Tipps von Dr. F. Batmanghelidj
1.)
Wasser regt die Verdauung an
Der Körper muss täglich ca. vier bis
sechs Liter Verdauungssäfte produzieren (z. B. Magensaft, Bauchspeicheldrüsen-
und Gallenflüssigkeit). Je mehr Wasser dem Stoffwechsel zur Verfügung steht,
desto effektiver können die Enzyme die Nährstoffe abbauen. Trinken wir zuwenig,
zieht der Körper das benötigte Wasser anderswo ab. Hunger ist sehr oft falsch
verstandener Durst. Deshalb sollte man versuchen, bei einem Hungergefühl
zwischendurch, zuerst etwas zu trinken. Folge: Heißhunger auf Nachschub lässt
nach, weil der Körper alles hat, was er braucht.
2) Wasser steigert
die Fettverbrennung
Wissenschaftliche Studien zeigen: Wenn genügend
Wasser zugeführt wird, verbrennt der Körper etwa 3 % mehr Kalorien. Schon allein
genügendes Wassertrinken vor und nach dem Essen begünstigt also das Abnehmen.
3) Wasser stoppt Müdigkeit und Hunger
Wer unruhig,
gereizt oder müde ist, isst mehr. Jeder kennt dieses Problem, und
Wissenschaftler haben den Grund gefunden: Der Wassermangel macht müde und
hungrig. Hunger ist sehr oft falsch verstandener Durst. Darum nehmen Menschen,
die nachts arbeiten, zum Beispiel auch schneller zu. Dann dringt dieses Wasser
in die Zellen und produziert, durch den besser funktionierenden Stoffwechsel
umgehend Energie – egal, ob Nährstoffe vorhanden sind oder nicht.
4)
Kaffee, Tee und Alkohol bremsen den Fettabbau
Diese Getränke
forcieren die Wasserausscheidung und führen so zu einer Austrocknung des
Körpers, wenn nicht gleichzeitig vermehrt wieder Wasser zugeführt wird. Anstatt
mit Kaffee, Tee oder Cola sollte man den Durst nur mit frischem Leitungswasser
löschen. Das Koffein bzw. Teein regt die Nierenausscheidung so stark an, dass
der Körper viel mehr Wasser abgibt, als er ursprünglich aufgenommen hat. Auch
bei Alkoholzufuhr scheidet der Körper durch die Aktivierung des Hormons
Adiuretin sehr viel mehr Wasser aus. Dadurch werden die Stoffwechselvorgänge
deutlich gebremst. Wenn man am Abend 2 Maß Bier trinkt, muss man zusätzlich 2
Liter Wasser trinken um nicht zu dehydrieren! Man merkt das spätestens am
nächsten Tag beim Nachdurst. Doch dann hat der Körper die Nacht über schon sehr
gelitten. Am Besten vor dem Schlafengehen viel Wasser trinken. Und das ist
wohlgemerkt nicht moralinsauer sondern Tatsache.
5) Über die
passenden Mengen
Wie viel man trinken muss, richtet sich nach dem
Gewicht. Bis 65 Kilo sollte man mindestens zwei Liter Wasser am Tag trinken, mit
mehr Gewicht 2,5 – 3 Liter. Mindestens 0,03 Liter pro kg Körpergewicht. Ob
Leitungs-, oder Mineralwasser mit oder ohne Kohlensäure, ist egal. Außerdem in
Maßen erlaubt: ungesüßten Kräutertee. Für jedes koffeinhaltige Getränk (Kaffee,
Cola, Schwarztee, Energie Drink etc.) muss man zur normalen Trinkmenge noch
einmal einen halben Liter Wasser oder mehr dazurechnen.
Bei starker
körperlicher Betätigung wird es noch mal entsprechend mehr, pro halbe Stunde
Aktivität sollte man einen halben bis ¾ Liter dazurechnen. Man muss sich
wirklich genügend Wasser bereitstellen und damit auch kontrollieren, ob man
genügend trinkt für den ganzen Tag. Der Körper kann schon ausgetrocknet sein
noch bevor der Mund trocken ist. Das ist nach Dr. Batmanghelidj sogar die Regel.
Die meisten Menschen merken also im Grunde kaum, dass sie schon
ausgetrocknet sind, und dass der Körper schon nach Wasser schreit, indem er
verschiedene Krankheitssymptome produziert. Erste Warnzeichen, noch vor
Mundtrockenheit, sind: Müdigkeit, Rückenschmerzen, Verspannungen und auch Depressionen
die dadurch stark gefördert werden.
Quelle: Bücher "Wasser, die gesunde Lösung" und "Sie sind nicht krank, Sie sind durstig!" von F. Batmanghelidj.























