Können Tiere träumen ?
Ein kleiner Einblick in die Traum- und Schlafforschung bei Tieren
Da wird gemaunzt, gebellt, geschnurrt und auch geknurrt, die Beine zucken wie im schnellen Lauf und die Lider zittern - und das, obwohl Hund oder Katze mit geschlossenen Augen tief und fest zu schlafen scheint. Können auch Tiere träumen? Menschen verarbeiten im Schlaf ihre Erlebnisse. Während der nächtlichen Träumereien kann es zu Bewegungen oder Lauten kommen - das ist hinlänglich bekannt. Wer aber ein Haustier hat, der fragt sich, ob der geliebte Vierbeiner, der sich im Schlaf umherwälzt, ebenfalls einen Traum erleben kann.
Hunde beispielsweise zeigen regelmäßig deutliche Anzeichen dafür, dass sie träumen: Die Pfoten zucken und zappeln, und ihre Augen bewegen sich heftig hinter geschlossenen Augenlidern. Letzteres kennzeichnet die so genannten REM-Phasen (englisch: Rapid Eye Movement) - bei Menschen ein Zeichen für heftige Träume. Sehr wahrscheinlich verarbeiten so auch Hunde im Traum die Erlebnisse des Tages, sagen Forscher. Zahlreiche Wissenschaftler haben diese REM-Phasen bei Tieren bereits untersucht und so das Schlafverhalten von Tieren - wenn auch nur indirekt durch Beobachtungen und Messungen - erforscht. Immerhin scheint es gesichert, dass bis auf wenige Ausnahmen alle Säugetiere und viele Vögel einen Teil ihrer Schlafzeit im REM-Schlaf verbringen. Man kann daher davon ausgehen, dass nicht nur Hunde und Katzen, sondern auch Elefanten und Pferde träumen können. Diese großen Säugetiere sind in der Lage, Dinge zu abstrahieren und wiederzuerkennen, sagt Veterinärmediziner Professor Ingo Nolte von der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Also können sie auch träumen. Krokodile, Klapperschlangen oder Eidechsen träumen offenbar nicht. Bei Vögeln hingegen besteht der Schlaf zu einem Prozent aus REM-Phasen.
Je höher man die Evolutionsleiter hinaufklettert, um so länger und heftiger scheinen die Träume zu sein. Die Schlafforschung bei Tieren hat nur ein Problem: Tiere können ihre Träume nicht erzählen. Bis auf einen Fall: Von einem Gorilla in einem amerikanischen Forschungsinstitut wird sogar von einem Albtraum berichtet. Der Affe berichtete angeblich seinen Betreuern per Zeichensprache von einem schrecklichen Traum, in dem seine Mutter von Wilderern getötet wurde. Bei Delfinen gibt es diese Schlafphase allerdings nicht. Da sie zum Atmen regelmäßig an die Wasseroberfläche schwimmen müssen, schalten sie zum Schlafen nur eine Gehirnhälfte aus. Auch Enten könnten dies bei Bedarf. Wenn sie sich nicht sicher fühlen, schließen sie beim Ruhen nur ein Auge.
Forscher des Massachusetts Institute of Technology glauben den Beweis dafür gefunden zu haben, dass Ratten fähig zu komplexen Träumen sind, auf diese Art und Weise Tageserlebnisse verarbeiten und vielleicht auch lernen und sich erinnern. Die Ratten in dieser Studie waren an ein spezielles Messgerät angeschlossen, das das Muster der aktiven Neuronen in einer bestimmten für das Gedächtnis wichtigen Gehirnregion aufgezeichnet hat. Die Tiere mussten dann verschiedene Wege durch ein Labyrinth finden. Diese Aufgabe produzierte ein bestimmtes Aktivitätsmuster im Gehirn und dieses Muster wiederholte sich mehrmals als die Ratten schliefen. Daraus schlossen die Wissenschafter, dass die Ratten von ihren Labyrinthaufgaben geträumt haben.
Quelle: dgk animal



























