Bremsweg bei Nässe und Eis um ein Vielfaches länger
Vorsicht vor gefrierendem Regen - Geschwindigkeit um 70 Prozent reduzieren
06.12.2005
Regen, Schnee und Eis - ständig wechselnde Straßenverhältnisse fordern derzeit die Autofahrer. "Mit Glatteis muss man nicht nur bei klirrendem Frost rechnen. Auch bei Temperaturen oberhalb der Null-Grad-Grenze kann sich aufgrund des ausgekühlten Bodens Glatteis bilden", weiß Georg Scheiblauer, Instruktor im ÖAMTC-Fahrsicherheitszentrum Teesdorf. Leichter Schneefall oder Nebel kommen erschwerend hinzu.
"Angepasste Fahrgeschwindigkeit
muss bei winterlichen Straßenverhältnissen das Gebot der Stunde sein",
sagt Scheiblauer. Für den Autofahrer ist diese aber oft schwer
einzuschätzen. Bei besten Bedingungen kann man auf einer trockenen
Freilandstraße 100 km/h fahren. Wenn die Fahrbahn nass ist, muss man
seine Geschwindigkeit bereits reduzieren. Bei Schneefahrbahn heißt es
die Geschwindigkeit halbieren, und bei Eis muss man gar um 70 Prozent
langsamer fahren, damit der Bremsweg unverändert bleibt.
Der Bremsweg kann kaum vorstellbare Ausmaße annehmen. "Bei Tempo 130 beträgt dieser auf glatter Fahrbahn 435 Meter. Für diese Strecke braucht man zu Fuß sieben Minuten", rechnet der ÖAMTC-Instruktor vor. Besonders auf Brücken, Kuppen, in Waldstücken und entlang von Bächen und Flüssen sollte man äußerst vorsichtig unterwegs sein.
Vorrausschauendes
Fahren, angepasste Geschwindigkeit und das Einhalten größtmöglicher
Abstände gehören ebenso zu den Grundvoraussetzungen wie weiches und
sanftes Lenken, sowie ein gefühlvoller Umgang mit Bremse und Gas. Kommt der Autolenker trotz aller Vorsicht ins Schleudern, sollte auf diese Weise reagiert werden:
- Fuß weg vom Gaspedal, auskuppeln und blitzartig in die gewünschte Fahrtrichtung lenken.
- Der
Blick muss immer in die gewünschte Fahrtrichtung gehen. Eine alte
Faustregel der Profis lautet: Wohin man blickt, dorthin lenkt man auch.
- Ist das Fahrzeug wieder stabilisiert, kann wenn nötig wieder voll gebremst werden.
"Viele Autos sind heute zwar bereits mit modernster fahrerunterstützender Sicherheitselektronik ausgestattet. Aber auch Antiblockiersysteme oder Stabilitätsprogramme können die Grenzen der Physik nicht überwinden. Das sollte man sich immer vor Augen halten", sagt Scheiblauer.
Das richtige Verhalten bei winterlichen Fahrverhältnissen kann man bei einem Fahrsicherheitskurs in einem der neun ÖAMTC-Fahrsicherheitszentren trainieren. Auf der Webseite des Clubs findet man neben dem gesamten Kursangebot auch die Adressen aller ÖAMTC-Fahrsicherheitszentren.

























